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1.1     Fakten und Daten

 

 

 

Das französische ÜBERSEEDEPARTEMENT LA REUNION liegt elf Flugstunden von Paris entfernt, etwa 800 km östlich von Madagaskar und 180 km südwestlich von seinem, in Deutschland wesentlich bekannteren, Nachbarn Mauritius.

Die aus zwei Vulkanen aufgebaute Insel entspricht mit ca. 2.500 qkm flächenmäßig in etwa dem Saarland, weist mit seinem höchsten Punkt, dem PITON DES NEIGES (3069 m) aber ein deutlich schrofferes Relief auf. Mit Hilfe der eigenen Muskelkraft und guten Trekkingstiefeln lassen sich weite Teile der Insel erschließen.

 

 Die Hauptstadt SAINT DENIS liegt am Nordende der Insel. Die Stadt, in der sich sowohl die Verwaltung als auch die Universität niedergelassen haben, dehnt sich weit auf die sanft ansteigenden Seiten des westlichen Schildvulkans aus. Saint Denis ist mit ca. 200.000 Einwohnern die größte Stadt der Insel und beherbergt allein 30 % der Inselbevölkerung.

 

 

 

 

Dort liegt auch der relativ grosse Flughafen "Roland Garros", an dem die Langstreckenflugzeuge aus Frankreich ankommen. Auch viele Mittelstrecken und Kurzstrecken enden hier. Man kann aber auch nach Saint Pierre "Pierrefonds" fliegen, das Tor zum Wilden Süden.

 

 

 

 

 

Ganz anders präsentieren sich die kleeblattförmig angeordneten Talkessel (Cirques). Diese sind ehemalige Magamakammern des seit 10000 Jahren inaktiven Vulkans in ihrem Zentrum, des „PITON DES NEIGES“, die „Schneekoppe“. Bis zu 1800 m aufragende Steilwände verhindern in vielen Bereichen der Cirques das Anlegen von Strassen. Die Versorgung des „CIRQUE DE MAFATE“, des am schwersten zugänglichen Erosionskessels, erfolgt mit zu grossen Teilen dem Hubschrauber. Diesen zu durchwandern ist ein ganz besonderen Erlebnis. Ein eigentlich leichte Tour führt von Sans Soucis in den Höhenlagen von Saint Paul in 4 Tage und 3 Nächten nach Cilaos. Wir organisieren das natürlich gerne für unsere Gäste. Hier ein paar Bilder aus Mafate:

   

Einen hervorragenden Blick hat man vom CAP NOIR, an der Nordwestseite des CIRQUE DE MAFATE, von dem sich die schönste Aussicht auf die hochaufragenden Grate bis hin zum 3069 m hohen PITON DES NEIGES eröffent. Wie jeden Morgen bildet sich hier gerade die PASSATWOLKE auf der dem Wind zugewandten Seite, der Ostseite, der Insel.

Der„CIRQUE DE CILAOS“, erst seit den 30er Jahren durch eine Straße leichter erreichbar, verdankt seinen Aufstieg dem Bädertourismus, der sich im Hauptort entwickelt hat. Die berühmte Straße windet sich in weit über 160 Kehren mit einer abenteuerlichen Konstruktion, bald über Viadukte, bald in den Fels gesprengt, von SAINT LOUIS an der Küste bis in etwa 1200 m Höhe. Doch nicht nur Bade-, auch Wandertouristen, vor allem für den Aufstieg zum PITON DES NEIGES, bestimmen das Bild der Kleinstadt.

 

 Bilder vom Piton des Neiges und aus Cilaos:

Weitaus besser erschlossen ist der „CIRQUE DE SALAZIE“ östlich des MAFATE. Große Bereiche der ehemaligen Lavamassen sind hier bereits ausgeräumt, das sehr viel ausgeglichenere Relief bietet bessere Möglichkeiten der landwirtschaftlichen Nutzung. Neben dem wilden Süden, also Saint Joseph und Petite Ile ist SALAZIE idie Obst- und Gemüsekammer der Insel. Hier gibt es allerdings auch immer wieder starke Regenfälle, die zu Erdrutschen führen, besondere Brückenkonstruktionen verlangen und trotzdem immer wieder beeindrucken:

 

 Das ZUCKERROHR bestimmt noch weitgehend die Landwirtschaft der tieferen Regionen, der Anbau wird sogar in den Bereichen der Trockensavanne des Westens durch ausgedehnte Bewässerungsmaßnahmen erweitert. Aufgrund des Reliefs der Insel wird das Zuckerrohr immernoch grösstentrils von Hand geschlagen, dann auf Anhänger geladen und von den Bauern zu Umladestationen gefahren. Dort wird die Fuhre gewogen und eine Probe gezogen, die den Zuckergehalt feststellt. Danach kommt die Ladung auf grosse lastwagen und die bringen sie zu den beiden Zuckerfabriken, in Le Gol bei Saint Louis und in Bois Rouge bei Saint Andre. Hier wird geschreddert, gepresst und eingedampft, bis am anderen Ende der Fabrik Zucker rauskommt. Doch auch Strom wird hier produziert, denn die ausgepressten Fasern des Zuckerrohres werden direkt in den Fabriken zu Strom verbrannt und sorgen so für etwa 30 % unseres Strome, und dies auch noch nachhaltig denn CO2 - neutral und nachwachsend. Die Asche kommt dann wieder als Dünger auf dei Felder.

Obwohl noch gering wird doch der Vetiver-, Geranium-, Kaffee- und Teeanbau wieder stärker betrieben. So gibt es Vetiver und weissen Tee vor Allem in den Höhenlagen von Petite Ile und Saint-Joseph und Geranium und die dazugehörenden Distillation in allen höheren Bereichen. Zu erwähnen ist der neu aufgekommene Kaffeanbau des von Kennern sehr geschätzten spitzen Burbonen, dem "Bourbon Pointu", eine natürlich koffeinfreie Kreuzung aus dem wilden, endemischen Kaffee Bourbon und Arabica. Baumwolle, PinPin, Jasquefrucht und andere frühere Kultupflanzen findet ebenfalls noch immer, doch werden sie kaum noch verwandt..

 

Im feuchten Süden und Osten der Insel dominiert immer noch der arbeitsintensive VANILLEANBAU. Über 2000 Liter Jahresniederschlag / qm sowie Tag und Nacht konstante Temperaturen von 25 - 28 °C bieten der epiphytisch lebenden Orchideeart ideale Wuchsbedingungen. Nachdem die Schoten herangereift sind - jede Blüte entwickelt nach erfolgreicher künstlicher Befruchtung nur eine einzige - werden sie gepflückt und in einem insgesamt drei Jahre andauernden Prozeß komplett in Handarbeit zu den verkaufsfertigen schwarzen Gewürzstangen, wie wir sie kennen, verarbeitet. Die Vanille Reunions, namensgebend für die Bourbon-Vanille, wird direkt beim Bauern verkauft oder durch die Vanillekoopeerative exportiert.

Der wilde Süden, zwischen Saint Jospeh und Sainte Rose ist der grünste Teil der Insel mit seinen Regenwäldern, den jüngsten Lavaflüssen und den rauhen Steilküsten. Aber auch hier ist eine recht arbeitsintensive Landwirtschaft zu gange. Erdbeeren, Zitrusfrüchte, Ananas, Toamten, Karotten, Gurken, zwiebeln und Knoblauch,  klassische und eher unbekannte Obst- und Gemüsesorten findet man hier. Und eine atemberaubende Landschaft, in deren Mitte sich unser Gandalf Safari Camp befindet.

 

Weiter geht's dann zum Vulkan:

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