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1.3               Inselbewohner

     La Réunion ist heute eine Region mit gut funktionierender, multikultureller Gesellschaft. Auf der Insel leben vielfältige ethnische Gruppen und Religionen friedlich miteinander. Menschen unterschiedlicher Hautfarbe und Herkunft, Kultur und Religion vermischten sich während der Jahrhunderte der Kolonialzeit zu den heutigen Créolen. Sie sind Nachfahren afrikanischer und madegassischer Negersklaven, indischer Lohnarbeiter, arabischer und chinesischer Händler, europäischer Kolonialherren und Sträflinge. Zu diesem vielfarbigen Amalgam der Créolen gesellten sich in der neueren Zeit die „METROS“, Festlandfranzosen, sowie Einwohner anderer ehemaliger Kolonien wie Vietnam oder den Komoren. Seit jüngster Zeit lassen auch Touristen aus aller Herren Länder ihre Spuren zurück.

Die koloniale Vergangenheit hat der Insel ein auf so kleinem Raum wohl einmaliges Völkergemisch beschert. So findet man direkt neben hinduistischen Tempeln und islamischen Moscheen die katholischen Kirchen der einstigen französischen Herren und auch buddhistische Pagoden der Chinesen sind selten weit entfernt. Mischehen sind alltäglich.

 

Mehr als ein Drittel der Bevölkerung sind afrikanischer oder madegassischer Abstammung. Ihre während der Sklavenzeit entstandene Musik "SEGA" und "MALOYA" sind die typischen Rhytmen der Insel. Sie begegnen einem überall, so wie auch die gemeinsame Sprache, das "CREOL". Eine geeinte Gesellschaft, ohne Rassismus, ohne religiöse Fanatiker, ohne ethnischen Hass.

 

 

Wer nun sind die Réunionesen ?

Auf dieser Insel ist es noch schwieriger als anderorts, die Bevölkerung nach Herkunft zu trennen, sie in Kategorien einzuteilen. Unter dem Wendekreis des Steinbocks wird die unpersönliche Kälte einer Statistik definitiv von den Gefühlen besiegt, die von Anfang an dafür gesorgt haben, dass die Einwohner der Insel sich vereinten und die Barrieren der Hautfarben einfach ignorierten.

 

Eines ist sicher: Réunion zählt 700.000 Einwohner unterschiedlichen und oft vielfältigen Ursprungs. Als Erste kamen französische Abenteurer in der mehr oder weniger freiwilligen Begleitung madagassischer Männer und Frauen. Aus Portugisisch Indien folgte bald die erste Vorhut vom indischen Subkontinent. Die ursprüngliche Bevölkerung vermischte sich rasch, nachdem die ersten Verbindungen eingegangen wurden, die ersten Kinder daraus hervorgegangen waren. Die Ausbeutung der Kolonie durch die Ostindienkompanie ab dem Ende des 17. Jahrhunderts führte jedoch zu einer Umwälzung der Lebensart. Sklavenhaltung wurde die Regel. Die Sklavenschiffe setzen tausende Männer und Frauen an den Küsten Bourbons ab (ILE BOURBON war der erste Name der Insel, seit 1638), die von Händlern in den Hafenstädten von Madagaskar und Afrika gekauft worden waren. Die schwarze Bevölkerung, bald in der Überzahl, sorgte für den Wohlstand der Kolonie, wurde aber in Fesseln gehalten. Erst 1848, mit der Abschaffung der Sklaverei, wurde sie endgültig davon befreit. Doch wurden auf den Zuckerrohrfeldern auch weiterhin fleißige Hände gebraucht. So warben die Zuckerbarone zum Ausgleich neue Arbeitskräfte aus dem südöstlichen Teil Indiens an. Diese brachten der französischen Kolonie ihre Lebensart und ihre Religion, den Hinduismus. Schließlich wurde die Insel das Ziel weiterer freiwilliger Emigranten: zum einen kamen indische Moslems aus Gujarat und zum anderen Chinesen. Dabei wurden die Mischehen immer zahlreicher.

 

Heute reicht die Hautfarbe der Réunionaisen von Weiß über Milchkaffee bis Ebenholz und verrät die Verschmelzung ihrer Vorfahren. An jeder Straßenecke auf der Insel zeigt sich die Schönheit dieser Mixtur.

 

 

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